Erstgespräch beim Anwalt

Wie kontaktiert man am besten erstmalig den Anwalt oder die Anwältin seines Vertrauens? Die Antwort darauf klingt für mich recht einfach, weil ich das Erstgespräch mit meiner Mandantin oder meinem Mandanten schon als Weichenstellung für sein bzw. ihr konkretes Problem sehe und möglichst viel Information in meiner Beratung verpacke. Ich erstelle einen Schritt-für-Schritt-Plan und wäge Vor- und Nachteile (und auch die möglichen Konsequenzen) eines jeden von mir empfohlenen Schrittes ab. Dabei ist es mir besonders wichtig, auch komplexe juristische Zusammenhänge verständlich und nachvollziehbar zu erklären, da viele rechtliche Begriffe im Alltag naturgemäß nicht geläufig sind.

Genau das ist der beste Weg, um aus einem ersten Termin möglichst viel mitzunehmen. Viele Menschen kommen mit einem schlechten Gefühl zur Anwältin oder zum Anwalt – oft verbunden mit Unsicherheit, Nervosität oder der Sorge, etwas falsch gemacht zu haben. Dabei geht es im ersten Gespräch nicht darum, sofort jede juristische Feinheit zu verstehen, sondern zunächst darum, die eigene Situation verständlich darzustellen.

Hilfreich ist es daher, bereits vor dem Termin alle wichtigen Unterlagen zu sammeln. Dazu gehören insbesondere Verträge, Schriftverkehr, E-Mails, Bescheide oder sonstige Dokumente, die mit dem konkreten Problem zusammenhängen. Besonders wichtig ist es, laufende Fristen im Blick zu behalten. Bringen Sie daher unbedingt das zuletzt erhaltene Schreiben mit und notieren Sie sich das Zustellungsdatum genau. Bei hinterlegten Schriftstücken ist insbesondere der Beginn der Abholfrist relevant, da daraus auch der Beginn Ihrer konkreten Frist ersichtlich ist. Auch eine chronologische Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse kann sehr hilfreich sein. Oft reichen bereits einige Stichpunkte mit Daten und kurzen Erklärungen.

Je klarer der Sachverhalt dargestellt werden kann, desto gezielter kann rechtlich geholfen werden. Daher wichtig ist es, sich vorab folgende Fragen zu stellen:

  • Was genau ist passiert?
  • Seit wann besteht das Problem?
  • Welche Personen oder Unternehmen sind beteiligt?
  • Welche Lösung wünsche ich mir?
  • Gab es bereits Gespräche oder Vereinbarungen?

Falls bereits ein Verfahren vor Gerichten oder Behörden anhängig ist, ist es besonders wichtig, alle vorhandenen Unterlagen zum Erstgespräch mitzunehmen oder diese vorweg per Mail zu übermitteln. Dadurch kann der Sachverhalt schneller und effizienter geprüft werden, was langes zeit- und kostenintensives Nachfragen erspart.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Man muss nicht „perfekt vorbereitet“ sein. Genau dafür gibt es die anwaltliche Beratung. Es ist völlig normal, juristische Begriffe nicht zu kennen oder nicht einschätzen zu können, welche Informationen wichtig sind. Meine Aufgabe besteht gerade darin, Ordnung in eine oft belastende Situation zu bringen und verständlich zu erklären, welche Möglichkeiten bestehen.

Oft erleben Mandantinnen und Mandanten bereits nach dem ersten Gespräch eine große Erleichterung. Nicht unbedingt deshalb, weil das Problem sofort gelöst ist, sondern weil plötzlich Klarheit entsteht. Man weiß, welche nächsten Schritte sinnvoll sind, welche Risiken bestehen und wie man die Situation strukturiert angehen kann.

Ein gutes Erstgespräch schafft daher vor allem eines: Orientierung und Sicherheit. Denn rechtliche Probleme wirken meist am belastendsten, solange man nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Sobald ein konkreter Plan besteht, verliert vieles von selbst seinen Schrecken.


Ich stehe Ihnen bei Ihrem rechtlichen Anliegen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Anwaltliche Erstgespräche können Sie telefonisch unter 01 712 84 79 oder per E-Mail an office@rechtanwaeltin-perl.at vereinbaren. Ich bin von Montag bis Freitag von 08:00 bis 17:00 Uhr erreichbar.

Persönliche Erstgespräche finden in meinen Kanzleiräumlichkeiten im 3. Bezirk, Baumannstraße 9/11 (bei Neumayer & Walter Rechtsanwälte KG) oder an einem Ort Ihrer Wahl statt.

Fotocredits: David Ploberger